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Der Kampf gegen die Salamanderpest in der Schneifel

Foto: Von der Salamanderpest befallene Feuersalamander zeigen oftmals kleine Löcher (Läsionen) in der Haut

Foto: Von der Salamanderpest befallene Feuersalamander zeigen oftmals kleine Löcher (Läsionen) in der Haut

Aufruf der Universität Trier

Der Feuersalamander ist ein uns gut bekannter Vertreter der Tierwelt unserer Wälder. Über Jahrhunderte wurde er verehrt, weil man ihm nachsagt, er könne Feuer löschen. Heute wissen wir natürlich, dass das nicht stimmt. Trotzdem ist „Lurchi“ beliebt und hat ein gutes Image. Doch leider gilt der Feuersalamander neuerdings in Deutschland als bedroht! Die Universität Trier forscht an dem Problem und bittet um Mithilfe der Bevölkerung.

Seit ein paar Jahren kursiert eine Pilzkrankheit bei uns, denen die Salamander nicht gewappnet sind. Der Erreger mit dem lateinischen Namen Batrachochytrium salamandrivorans stammt nämlich aus Asien, weit abseits von dem natürlichen Vorkommen des Feuersalamanders. Der Pilz, der sich regelrecht durch die Haut der Amphibien frisst, wurde bei uns eingeschleppt. Er führt beim Feuersalamander oftmals zu regelrechten Massensterben – die Fachwelt spricht inzwischen daher von der „Salamanderpest“. Doch noch besteht Hoffnung für Lurchi und Co. Bisher kommt die Salamanderpest nur in der Eifel und im Ruhrgebiet vor. Im Raum Aachen wurde sie im Jahre 2015 erstmals entdeckt.

Die Universität Trier forscht an dem in Europa wohl erst vor kurzem eingeschleppten Erreger, vor allem daran, wie er sich ausbreitet und wo er schon überall vorkommt bzw. bald vorkommen könnte (https://www.uni-trier.de/index.php?id=65305). „Einen besonderen Schwerpunkt hat bei unseren Erhebungen die westliche und südliche Eifel, da die Eifel inklusive der Herde um Aachen aus Sicht des Salamanders ein zusammenhängendes Gebiet darstellt“, so Prof. Dr. Stefan Lötters vom Lehrstuhl für Biogeographie.

Eine erschreckende Beobachtung ist, dass die Forscher an vielen Stellen in der Schneifel keine Feuersalamander finden. Das schließt auch Standorte ein, wo in der Vergangenheit Feuersalamander vorkamen. „Wir haben die Vermutung, dass Batrachochytrium salamandrivorans hier schon vor längerer Zeit aufgetreten ist und den Feuersalamander lokal ausgerottet hat, vielleicht schon lange vor der Entdeckung im Raum Aachen“, so Lötters. Denn wenn es bei einer Population zum Befall kommt, sterben die Tiere sehr rasch. Man findet dann oftmals gehäuft tote Salamander. Es kommt zu dem schon erwähnten Massensterben.

Die Trierer Biogeographen untersuchen nun die Molche in der Schneifel. Diese können die Salamanderpest überleben, tragen den Erreger dann aber noch lange in sich. Die Ergebnisse stehen noch aus. Die Forscher sind jedoch auch für die Mithilfe der Bevölkerung dankbar. Für ein besseres Verständnis um die Salamanderpest und letztliche ihre mögliche Bekämpfung, wäre es extrem hilfreich zu wissen, ob und wann Massensterben beim Feuersalamander in der Schneifel vorkamen: „Wenn irgendwer irgendwann gehäuft tote Salamander gefunden hat, wären wir sehr froh, davon zu erfahren“, betont Lötters. Je besser die Forscher die Salamanderpest verstehen, umso größer sind unsere Chancen etwas dagegen zu tun.

Kontakt: Prof. Dr. Stefan Lötters, Universität Trier, Telefon: 0651 / 201 4174, e.mail: loetters@uni-trier.de.